Die Stadt Cottbus ernannte sich im Februar 2022 selbst zur „Boomtown“ – zurecht, denn kaum ein anderer Ort in Deutschland wächst so dynamisch wie die größte Stadt der Lausitz. Über die wichtigsten Strukturwandelprojekte kann man sich direkt am Hauptbahnhof informieren. Das „Infozentrum Strukturentwicklung“ wurde Mitte März durch Cottbus-OB Holger Kelch, DB-Vorstand Dr. Daniela Gerd tom Markotten, Brandenburgs Wirtschaftsminister Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach und den Cottbuser Wirtschaftsdezernenten Stefan Korb feierlich eröffnet (v.l.n.r.).

Cottbus – die Boomtown im Lausitzer Aufbruch

Cottbus ist die größte Stadt der Lausitz, welche jetzt flankiert durch milliardenstarke Unterstützung von Bund und EU für die Zeit nach der Braunkohle fit gemacht wird. Insgesamt 17 Milliarden Euro fließen von 2018 bis 2038 in die Lausitz – und ganze fünf Milliarden können bereits heute in Cottbus verortet werden. Eine einmalige Chance für die Boomtown und ihre Menschen! Die kommenden Seiten geben dir einen Einblick in die wichtigsten Zukunftsprojekte der Stadt – darunter viele international einzigartige Vorhaben. Wusstest du zum Beispiel, dass …

  • … in Cottbus Europas modernstes Bahninstandhaltungswerk mit 1.200 neuen Arbeitsplätzen entsteht?
  • … in Cottbus eine Universitätsmedizin aufgebaut wird, welche zu rund 3.000 direkten und indirekten neuen Arbeitsplätzen führt?
  • … mit dem Lausitz Science Park ein völlig neuer Forschungscampus in Cottbus entstehen wird, bei dem von 10.000 neuen Jobs die Rede ist?
  • … in Cottbus Deutschlands Zentrum für die Dekarbonisierung der Industrie aufgebaut wird?
  • … am Cottbuser Ostsee eine klimaneutrale Seevorstadt entstehen soll?
  • … in Cottbus die deutschlandweit höchste Forschungsdichte für das hybrid-elektrische Fliegen zu finden ist?
  • … Cottbus bei gelingender Strukturentwicklung einmal 115.000 Einwohner haben wird (aktuell: knapp 100.000)?

Ohne Frage: In 20 Jahren wird Cottbus nicht wiederzuerkennen sein! Welche Möglichkeiten sich für junge Menschen wie dich in der Boomtown schon heute bieten, siehst du unter:

Boomtown Cottbus im Web

Wie schafft man eine CO2-ärmere Industrie in Deutschland? Verschiedene Expert:innen machen sich in der Lausitz zu diesem Thema auf den Weg. Foto: Petmal, istock

Der Weg zu grüner Industrie
Die Emissionsabgabe in der Industrie zu reduzieren, darum geht es im Forschungsfeld Dekarbonisierung. Im Fokus stehen dabei vor allem CO2-intensive Branchen wie die chemische, die Stahl-, Aluminium- und Zementindustrie – aber auch die Luft- und Seefahrt oder die konventionelle Energieerzeugung von Kohle bis Gas bieten viel Einsparpotenzial. Infolge der Strukturentwicklung hat sich ausgerechnet Cottbus als Zentrum einer Kohleregion im Wandel zum deutschlandweiten Think Tank der Dekarbonisierungsforschung entwickelt. Mit dem „Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien“ (KEI) siedelte schon 2019 der erste Hotspot für dieses Feld an. Das KEI berät Unternehmen deutschlandweit, inwiefern sie ihren CO2-Ausstoß reduzieren können. Hinzu kommen die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, die alle an Themen zur Dekarbonisierung forschen. Seit dem 1.4. erweitert der BTU-Lehrstuhl für Dekarbonisierung und Transformation in der Industrie dieses Portfolio. Mehr dazu hier!

Zwei neue Instandhaltungshallen entstehen hier bis 2026, in welchen ICE-Züge in voller Länge gewartet werden können. Foto: Deutsche Bahn AG, Oliver Lang

Europas modernstes Bahnwerk
… in Cottbus? Das wird schon 2024 Realität! Und es ist das größte industrielle Strukturvorhaben, das für den Wandel der Lausitz staatlich induziert wurde. Mit der Deutschen Bahn investiert der Staatskonzern über eine Milliarde Euro in die Zukunftsmobilität und die künftige Wartung des ICE4 als Flaggschiff der Bahn. 1.200 zusätzliche, hochwertige Industriearbeitsplätze sollen hier in allen Qualifikationsstufen geschaffen werden. Erste Mitarbeitende werden bereits in anderen Werken auf die ICE-Instandhaltung umgeschult, zusätzliche Fachkräfte, Akademiker und Meister sind ebenso schon eingestellt worden. Der Personalhochlauf beginnt jetzt im Jahr 2022 und wird 2023 weiter intensiviert. Mit dem Bau weiterer Werkhallen wird auch das Personal sukzessive ausgebaut. Über das Projekt im Detail und weitere Großprojekte der Strukturentwicklung können sich Interessierte übrigens direkt am Hauptbahn Cottbus informieren – dort eröffnete im März das „Infozentrum zum Strukturwandel“.

Freu dich auf die Möglichkeit, in Cottbus Medizin zu studieren. Foto: designed by freepik

Die Mediziner:innen kommen!
… und zwar ab 2026 zum Studieren nach Cottbus, denn am Carl-Thiem-Klinikum wird aktuell das „Innovationszentrum Universitätsmedizin Cottbus“ eingerichtet, inklusive einer medizinischen Fakultät der BTU Cottbus-Senftenberg. Die künftige Universitätsmedizin wird sich für Deutschland auf Neuland in der Digitalisierung von Pflege und Medizin wagen. Sie ist eine der zentralen Maßnahmen für den Wandel der Lausitz hin zu einer modernen Wissens- und Technologieregion. 1.500 neue Jobs entstehen allein hier. Bereits heute ist das Cottbuser Klinikum als traditionelles Lehrkrankenhaus der Charité mit rund 1.200 Betten und 2.500 Mitarbeitern eines der größten kommunalen Krankenhäuser Deutschlands. Mit dem Wintersemester 2026/27 soll das Medizinstudium dann für die ersten Studierenden auf dem Plan stehen und in den Folgesemestern sukzessive bis hin zu 1.200 angehenden Mediziner*innen ausgebaut werden. Als Projektbeauftragte trägt mit Dr. Ulrike Gutheil ab dem 1. Mai eine hochkarätige Expertin die Verantwortung für die nächsten Schritte.