Dirk Meyer, Abteilungsleiter im Bundesumweltministerium, übergab im September BTU-Präsidentin Gesine Grande einen Förderbescheid zur Einrichtung des neuen Lehrstuhls „Dekarbonisierung und Transformation der Industrie“.

CO2-Einsparung wird künftig an der BTU gelehrt

Fast alle Wertschöpfungsketten beginnen in Deutschland mit den Grundstoffen Stahl, Chemie, Kalk und Metall. Das Problem der damit verbundenen Industrien: Bei der Verarbeitung dieser Stoffe fällt besonders viel CO2 an. Diese schwer zu vermeidenden Emissionen zu verringern, ist eine der größten Herausforderungen zur Rettung des Klimas. Der neue Lehrstuhl „Dekarbonisierung und Transformation in der Industrie“ setzt an dieser Challenge an und soll künftig Studierenden das Know-how vermitteln, um in der Grundstoffindustrie an den richtigen Stellschrauben für eine CO2-Reduzierung zu drehen.

Treibhausgasneutralität „Made in Lausitz“
Der Lehrstuhl soll im kommenden Jahr seine Arbeit aufnehmen. Mögliche Forschungsfelder sind Innovationsökonomik und Leitmärkte für CO2-neutrale Produkte, Unternehmensstrategien sowie neue Ansätze der Transformationsforschung in der Industrie. Dabei soll der Lehrstuhl die Dekarbonisierung der Industrie mit Konzepten unterstützen und Akteure in Unternehmen und der Politik wissenschaftlich begleiten. Der Lehrstuhl wird an der Fakultät Wirtschaft, Recht und Gesellschaft angesiedelt. Treibhausgasneutrale Industrie kann so zum Erfolgsmodell „Made in Lausitz“ werden.

Perspektiven über den Hörsaal hinaus
Spannend für Studierende wird das sich daraus ergebende Zusammenarbeiten mit den bereits im Campusumfeld vorhandenen Energieinstituten. Die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie, das Institut für CO2-arme Industrieprozesse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt sowie das Kompetenzzentrum für Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) sind schon heute Beispiele für Hotspots, die sich mit der Dekarbonisierung der Industrie auseinandersetzen. Das am Lehrstuhl erlangte Know-how wird in diesen Instituten besonders gefragt sein.