Im Interview: Gordon Bieling – er leistete innerhalb von zehn Jahren über 400 Plasmaspenden beim Blutspendedienst vom Deutschen Roten Kreuz in Cottbus.

Hauptberuflich Fitnesstrainer, nebenher Lebensretter beim Deutschen Roten Kreuz

Gordon Bieling ist Personal Trainer und Leiter der Fitness Lounge „Vital Balance“ im Dachgeschoss vom Spa Branitz. Sein Terminkalender ist mit Trainings, Anleitungen, Wettkämpfen und Messeteilnahmen gut ausgebucht – doch ein wöchentliches Vorhaben findet immer Platz: die Plasmaspende beim Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuz in Cottbus. Welche Motivation steckt für einen solchen Athleten dahinter und wie wirkt sich das Plasmaspenden auf seinen Körper aus? Wir sprachen mit Gordon über seine nun schon zehn Jahre andauernde gute Tat.

Warum ist dir das Plasmaspenden wichtig – was ist deine Motivation?
Angefangen hat es vor zehn Jahren. Damals hatte ich durch meine Ausbildungsvergütung nur sehr wenig Geld verdient. Um genau zu sein: 225 Euro. Ich habe also Plasma gespendet, um mir nebenbei etwas Geld für Ernährung und Co durch die Aufwandsentschädigung der Plasmaspende anzusparen. Obwohl ich das über die Jahre dann nicht mehr brauchte, habe ich trotzdem weitergemacht. Das lag zum Beispiel an Freundschaften, die sich im Institut entwickelt hatten und mit denen ich mich zum gemeinsamen Spenden verabredet habe. Bis heute spende ich regelmäßig – einfach, um etwas Gutes zu tun und in der Hoffnung, dass auch mir geholfen wird, wenn ich einmal Hilfe benötige.

In welchem Rhythmus gehst du Plasmaspenden?
Ich gehe aktuell im wöchentlichen Intervall – und zwar jeden Donnerstagmittag. Klar mache ich auch manchmal eine Ausnahme und lasse bei gesundheitlichen Problemen oder Wettkampfvorbereitungen das Spenden ausfallen. Ansonsten ist Donnerstag immer der Tag, an dem ich von meiner liebsten männlichen Krankenschwester Christian gestochen werde. 🙂

Musst du das Plasmaspenden in deinem Trainingsplan berücksichtigen?
Dadurch, dass ich immer früh morgens trainiere und mittags zur Spende gehe, passt das bei mir alles sehr gut zusammen. Erst zu spenden und danach zu trainieren, wird nicht empfohlen, da der große Flüssigkeitsverlust beim Plasmaspenden eine gewisse Belastung für den Körper ist.

Findest du, dass das Plasmaspenden auch positive Auswirkungen auf deine Physiologie hat?
Ich sehe das Plasmaspenden als eine sehr positive Geschichte für mich und meinen Körper an, denn er kann so immer wieder im wöchentlichen Rhythmus regenerieren und neues Plasma bilden.

Konntest du schon mal jemanden kennenlernen, der/die eine Plasmaspende zum Überleben benötigte?
Mein Papa hatte mal einen schweren Unfall und brauchte mehrere Blutkonserven. Daher bin ich einfach froh, dass es Menschen gibt, die Blut oder Plasma spenden. Beides ist ja extrem wichtig. Es gibt zu jeder Jahreszeit Unfälle und es kann immer zu Situationen kommen, in denen wir selbst Hilfe benötigen. Von daher appelliere ich an jeden, der Zeit hat: Statt zu Hause am Handy zu sitzen, geh für ‘ne Stunde Plasmaspenden und sitz dort am Handy – so kannst du eine gute Tat tun. Nutz deine Zeit sinnvoll und gib mal etwas zurück!

DRK Blutspendedienst
Institut für Transfusionsmedizin Cottbus
Thiemstraße 105, 03050 Cottbus
Plasmaspende: Mo & Mi 12-19 Uhr, Di & Do 7-19 Uhr, Fr 7-15 Uhr
Blutspende: Mo & Mi 14-19 Uhr, Fr 7-12 Uhr
Termine: können vor Ort und telefonisch unter der 0355 49950 vereinbart werden.
Aktion: Im November und Dezember erhalten Plasma-Erstspender einen Pizza-Gutschein von Freddy Fresh Cottbus!

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